Marie Curie

Nobelpreise an Frauen

Weibliche Nobelpreisträger

Nobelpreisträgerinnen sind rar gesät, denn zum ganz überwiegenden Teil wurden die Nobelpreise in allen Jahrzehnten an Männer vergeben. Umso bemerkenswerter sind die ausgezeichneten Nobelfrauen. Die bekannteste unter Ihnen ist wohl Marie Curie, der es als einziger Frau gelang, gleich zweimal mit einem Nobelpreis ausgezeichnet zu werden.

Chronologie der Nobelfrauen

Nobelpreisträgerinnen der 2010er-Jahre

2015 Swetlana Alexijewitsch (1948)
»für ihr vielstimmiges Werk, welches dem Leiden und dem Mut in unserer Epoche ein Denkmal setzt«
  Tu Youyou (1930)
»für ihre Entdeckungen über eine neuartige Therapie gegen Malaria«
2014 May-Britt Moser (1963)
»für Entdeckungen von Zellen, die ein Positionierungssystem im Gehirn bilden«
  Malala Yousafzai (1997)
»für ihren Kampf gegen die Unterdrückung von Kindern und Jugendlichen und für das Recht aller Kinder auf Bildung«
2013 Alice Munro (1931)
»der Virtuosin der zeitgenössischen Kurzgeschichte«
2011 Ellen Johnson Sirleaf (1938) & Leymah Gbowee (1972) & Tawakkul Karman (1979)
»für ihren gewaltfreien Kampf für die Sicherheit von Frauen und für das Recht der Frauen, sich in vollem Umfang an friedensschaffender Arbeit zu beteiligen«

Nobelpreisträgerinnen der 2000er-Jahre

2009 Herta Müller (1953)
»die mittels Verdichtung der Poesie und Sachlichkeit der Prosa Landschaften der Heimatlosigkeit zeichnet«
  Elizabeth Blackburn (1948) & Carol W. Greider (1961)
»für die Entdeckung, wie Chromosomen durch Telomere und das Enzym Telomerase geschützt werden«
  Ada E. Yonath (1939)
»für die Studien zur Struktur und Funktion des Ribosoms«
  Elinor Ostrom (1933–2012)
»für ihre Analyse ökonomischen Handelns im Bereich Gemeinschaftsgüter«
2008 Françoise Barré-Sinoussi (1947)
»für die Entdeckung des HI-Virus«
2007 Doris Lessing (1919–2013)
»der Epikerin weiblicher Erfahrung, die sich mit Skepsis, Leidenschaft und visionärer Kraft eine zersplitterte Zivilisation zur Prüfung vorgenommen hat«
2004 Elfriede Jelinek (1946)
»für den musikalischen Fluss von Stimmen und Gegenstimmen in Romanen und Dramen, die mit einzigartiger sprachlicher Leidenschaft die Absurdität und zwingende Macht der sozialen Klischees enthüllen«
  Linda B. Buck (1947)
»für die Erforschung der Riechrezeptoren und der Organisation des olfaktorischen Systems«
  Wangari Maathai (1940–2011)
»für ihren Beitrag zu nachhaltiger Entwicklung, Demokratie und Frieden«
2003 Shirin Ebadi (1947)
»für ihren Einsatz für Demokratie und die Menschenrechte«

Nobelpreisträgerinnen der 1990er-Jahre

1997 Jody Williams (1950)
»für ihre Anstrengungen, gegen Personen gerichtete Minen international zu ächten«
1996 Wisława Szymborska (1923–2012)
»für ihr Werk, das ironisch-präzise den historischen und biologischen Zusammenhang in Fragmenten menschlicher Wirklichkeit hervortreten lässt«
1995 Christiane Nüsslein-Volhard (1942)
»für ihre grundlegenden Erkenntnisse über die genetische Kontrolle der frühen Embryonalentwicklung«
1993 Toni Morrison (1931)
»für ihre literarische Darstellung einer wichtigen Seite der US-amerikanischen Gesellschaft durch visionäre Kraft und poetische Prägnanz«
1992 Rigoberta Menchú Tum (1959)
»für ihren Einsatz für die Menschenrechte insbesondere von Ureinwohnern«
1991 Nadine Gordimer (1923–2014)
»für ihre epische Dichtung, die der Menschheit einen großen Nutzen erwiesen hat und durch die tiefen Einblicke in das historische Geschehen dazu beiträgt, dieses Geschehen zu formen«
  Aung San Suu Kyi (1945)
»für ihren Einsatz für die Menschenrechte«

Nobelpreisträgerinnen der 1980er-Jahre

1988 Gertrude B. Elion (1918–1999)
»für ihre wegweisenden Entdeckungen wichtiger biochemischer Prinzipien der Arzneimitteltherapie«
1986 Rita Levi-Montalcini (1909–2012)
»für ihre Entdeckung des Nervenwachstumsfaktors«
1983 Barbara McClintock (1902–1992)
»für ihre Entdeckung der beweglichen Strukturen in der Erbmasse«
1982 Alva Myrdal (1902–1986)

Nobelpreisträgerinnen der 1970er-Jahre

1979 Mutter Teresa (1910–1997)
1977 Rosalyn Sussman Yalow (1921–2011)
»für die Entwicklung radioimmunologischer Methoden der Bestimmung von Peptidhormonen«
1976 Betty Williams (1943) & Mairead Corrigan (1944)

Nobelpreisträgerinnen der 1960er-Jahre

1966 Nelly Sachs (1891–1970)
»für ihre hervorragenden lyrischen und dramatischen Werke, die das Schicksal Israels mit ergreifender Deutlichkeit interpretieren«
1964 Dorothy Crowfoot Hodgkin (1910–1994)
»für ihre Strukturbestimmung biologisch wichtiger Substanzen mit Röntgenstrahlen«
1963 Maria Goeppert-Mayer (1906–1972)
»für ihre Entdeckung der nuklearen Schalenstruktur«

Nobelpreisträgerinnen der 1940er-Jahre

1947 Gerty Cori (1896–1957)
»für ihre Entdeckung des Verlaufs des katalytischen Glykogen-Stoffwechsels«
1946 Emily Greene Balch (1867–1961)
1945 Gabriela Mistral (1889–1957)
»für die von mächtigen Gefühlen inspirierte Lyrik, die ihren Dichternamen zu einem Symbol für die ideellen Bestrebungen der ganzen lateinamerikanischen Welt gemacht hat«

Nobelpreisträgerinnen der 1930er-Jahre

1938 Pearl S. Buck (1892–1973)
»für ihre reichen und echten epischen Schilderungen aus dem chinesischen Bauernleben und für ihre biographischen Meisterwerke«
1935 Irène Joliot-Curie (1897–1956)
»für ihre gemeinsam durchgeführten Synthesen von neuen radioaktiven Elementen«
1931 Jane Addams (1860–1935)

Nobelpreisträgerinnen der 1920er-Jahre

1928 Sigrid Undset (1882–1949)
»vornehmlich für ihre mächtigen Schilderungen aus dem mittelalterlichen Leben des (skandinavischen) Nordens«
1926 Grazia Deledda (1871–1936)
»für ihre von hohem Idealismus getragene Verfasserschaft, die mit Anschaulichkeit und Klarheit das Leben ihrer väterlichen Herkunft schildert und allgemeinmenschliche Probleme mit Tiefe und Wärme behandelt«

Nobelpreisträgerinnen der 1910er-Jahre

1911 Marie Curie (1867–1934)
»als Anerkennung des Verdienstes, das sie sich um die Entwicklung der Chemie erworben hat durch die Entdeckung der Elemente Radium und Polonium, durch die Charakterisierung des Radiums und dessen Isolierung in metallischem Zustand und durch ihre Unt«

Nobelpreisträgerinnen der 1900er-Jahre

1909 Selma Lagerlöf (1858–1940)
»auf Grund des edlen Idealismus, des Phantasiereichtums und der seelenvollen Darstellung, die ihre Dichtung prägen«
1905 Bertha von Suttner (1843–1914)
1903 Marie Curie (1867–1934)
»als Anerkennung des außerordentlichen Verdienstes, den sie sich durch ihre gemeinsamen Arbeiten über die von H. Becquerel entdeckten Strahlungsphänomene erworben haben«

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